prevcon2007

Europäische Konferenz am 14./15. Juni 2007 in Berlin zum Thema:

Gesundheit und soziale Sicherheit im Lebenszyklus – Die Rolle von Prävention und Gesundheitsförderung in Europa.

Veranstalter des zweitägigen Kongresses ist die „Initiative Gesundheit und Arbeit“ (IGA), die vom Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen, vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und vom AOK-Bundesverband getragen wird. Ziel der IGA ist es, durch die Weiterentwicklung gemeinsamer Präventions- und Interventionsansätze die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern.

Das Gesundheits- und Sozialsystem in Deutschland

Die Besonderheit des Gesundheitssystems in Deutschland liegt darin, dass neben der gesetzlichen Krankenversicherung auch die Möglichkeit besteht, bei einer privaten Krankenversicherung Mitglied zu werden. Zudem spannt das deutsche Sozialversicherungssystem ein großes finanzielles Netz. Allerdings ist gerade bei eintretender Berufsunfähigkeit die Leistung der gesetzlichen Versicherung oftmals nicht ausreichend. Daher investieren viele Menschen in eine private Vorsorge, um sich vernünftig abzusichern.

Ein sehr wichtiges Element des deutschen Gesundheits- und Sozialsystems ist die gesetzliche Sozialversicherung. Sie sichert Menschen in verschiedenen Bereichen wie Alter, Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Arbeitsunfall oder Berufskrankheit ab. Das Versicherungssystem erfolgt nach dem Solidaritätsprinzip. Dies bedeutet, dass die zu versichernden Risiken von allen Beitragszahlern getragen werden. Daher bekommen sie alle beim Eintritt eines Versicherungsfalls gleiche Leistungen oder eine beitragsabhängige Auszahlung beispielsweise bei der Rente.

In Deutschland besteht die Sozialversicherung aus folgenden fünf Bereichen:

  • Krankenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung

Eine der fünf Kategorien der Sozialversicherung bildet die gesetzliche Krankenversicherung. Sie zahlt Versicherten die Kosten zum Beispiel für medizinische Behandlungen oder bei Unfällen zurück. Grundsätzlich sind in Deutschland alle Menschen gesetzlich verpflichtet, Mitglied in einer Krankenkasse zu sein, damit sie im Krankheitsfall abgesichert sind. Dabei errechnen sich die Beiträge für die Versicherung abhängig zum Einkommen des Versicherten.

Neben der gesetzlichen gibt es auch die Möglichkeit eine private Krankenversicherung abzuschließen. Eine Mitgliedschaft bei einem privaten Krankenversicherer ist sowohl als Zusatzversicherung oder anstelle der gesetzlichen Krankenversicherung auch als Vollversicherung möglich. Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung sind die Beiträge einkommensunabhängig. Demnach sind die Kosten der Beiträge für Privatversicherte bedingt durch das ausgewählte Leistungsangebot, den Gesundheitszustand und das Alter.

Die gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung dient hauptsächlich zur Vorsorge und zum finanziellen Schutz im Alter. Es werden Leistungen für die Altersrente, Rente wegen Tod für Hinterbliebene und Rente bei verminderter Erwerbsfähigkeit erbracht. Sie finanziert sich durch die gezahlten Beiträge der Versicherten. Zusätzlich übernehmen Arbeitgeber anteilig einen Beitrag zur Versicherung. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach dem jeweiligen Verdienst des Versicherungsnehmers. Abhängig von den Einzahlungen steht dem Versicherten dann später im Alter eine gesetzliche Rente zu.

Die Erwerbsminderungsrente greift, wenn Menschen nicht mehr fähig sind einen Beruf auszuüben. Eine Erwerbsminderung besteht, wenn Menschen aufgrund einer Behinderung oder Krankheit auf unbestimmte Zeit einen Beruf nur weniger als sechs Stunden täglich ausüben können. Voll erwerbsgemindert sind Personen hingegen, die auf nicht absehbare Zeit täglich maximal drei Stunden erwerbstätig sein können. Treffen diese Punkte zu, haben Versicherte einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

Private Vorsorge bei Berufsunfähigkeit

Da die Leistungen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente jedoch weder ausreichen, Einkommenseinbußen auszugleichen noch den gewohnten Lebensstandard zu halten, empfiehlt es sich mit einer privaten Absicherung gegen das Risiko Berufsunfähigkeit vorzusorgen. Können Menschen etwa aufgrund einer Erkrankung ihren Beruf nicht mehr nachgehen, dann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung eine monatliche Rente. Im Gegensatz zur Erwerbsminderungsrente erhalten Versicherte allerdings schon dann eine Rente, wenn sie zu mindestens 50 Prozent nicht mehr fähig ist, für die Dauer von mindestens 6 Monate in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf zu arbeiten.